Hundestationen Ja oder Nein
Informationsabend für Tiefenbacher Gemeinderäte zeigt Erfahrungen und Kosten der Hundestationen auf
Büchlberg/Tiefenbach. Wie sinnvoll sind Hundestationen und welche Kosten entstehen durch deren Aufstellung und Betreuung? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Gemeinde Tiefenbach im Zusammenhang mit dem Bürgerentscheid über die Aufstellung von Hundestationen. Um fundierte Informationen und konkrete Zahlen zu erhalten, lud Gemeinderat Josef Fehrer die Mitglieder des Gemeinderats, die Initiatoren des Bürgerbegehrens sowie die Vorstandschaft der Freien Wähler, die das Bürgerbegehren unterstützen, zu einem Informationsabend in die Gemeinde Büchlberg ein.
Josef Fehrer bedankte sich bei Büchlbergs erstem Bürgermeister Josef Hasenöhrl dafür, dass die Gemeinde diese Informationsveranstaltung ermöglichte. Der gute Austausch mit den Nachbargemeinden sei für Büchlberg selbstverständlich. Nach der Begrüßung stellte Herr Hasenöhrl die Situation vor Ort dar. Anschließend übernahm Martin Wagner, Leiter des Ordnungsamts, die Leitung der Veranstaltung. Mit einer ausführlich vorbereiteten PowerPoint-Präsentation beantwortete er bereits zahlreiche Fragen der Teilnehmer.
16 Hundestationen für 320 Hunde
In Büchlberg sind derzeit 320 Hunde gemeldet. Für deren Halter stehen 16 Hundestationen mit Beutelspendern und Abfallbehältern zur Verfügung. Zusätzlich gibt es 101 Behälter für gewöhnlichen Müll. Die insgesamt 116 Standorte werden vom Bauhof in der Regel einmal wöchentlich geleert, bei Bedarf auch zweimal.
Die Hundestationen befinden sich überwiegend an Wanderwegen und häufig genutzten Gassi-Strecken. Bei der Auswahl geeigneter Standorte setzt die Gemeinde auf den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Auch die Mitarbeiter des Bauhofs bringen ihre Erfahrungen und Vorschläge in die Planung ein.
Anschaffungs- und laufende Kosten
Für die Anschaffung einer Hundestation sind in etwa 250 €uro zu rechnen. Für die Entleerung der insgesamt 116 Standorte werden rund 30.000 Euro jährlich angesetzt. Dabei fallen etwa 750 Arbeitsstunden zu einem kalkulierten Stundensatz von 41,07 Euro an. Für Fahrzeug und Entsorgung kommen weitere 2.500 Euro hinzu. Für das Entleeren und das Bestücken der Hundestationen mit Beuteln werden pro Standort jeweils etwa zwei Minuten veranschlagt.
Auch für Tiefenbach lassen sich daraus mögliche Kosten ableiten. Bei einer Ausstattung mit 15 bis 20 Hundestationen wird mit maximal einer Stunde wöchentlicher Arbeitszeit gerechnet. Hinzu kommen etwa zwei Stunden Fahrzeit für die rund 50 Kilometer. Bei einem Ansatz von 35 Cent je gefahrenem Kilometer ergibt sich eine geschätzte Gesamtsumme von rund 140 Euro pro Woche. Auf das Jahr gerechnet wären das etwa 7.280 Euro.
Erleichterung für den Bauhof
Ein weiterer Aspekt betrifft die Arbeit der Bauhofmitarbeiter. Nach den Erfahrungen aus Büchlberg wechseln sich die Beschäftigten bei dieser Aufgabe ab. Die Arbeit werde nicht gemieden, vielmehr sehe man einen klaren Vorteil in der Entlastung bei der Pflege öffentlicher Flächen. Besonders beim Mähen mit der Motorsense seien Hundehinterlassenschaften ein unangenehmes Problem, das durch eine bessere Entsorgung reduziert werden könne.
Sauberkeit bleibt ein wichtiges Anliegen
Zwar lassen sich Büchlberg und Tiefenbach aufgrund ihrer unterschiedlichen Fläche und Einwohnerzahl nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Dennoch zeigt das Beispiel, dass eine Gemeinde auch bei zusätzlichen finanziellen Belastungen an einem solchen Angebot festhalten kann. Büchlberg muss in naher Zukunft beispielsweise sein Freibad für geschätzte vier Millionen Euro sanieren. Gleichzeitig steht den Bürgerinnen und Bürgern ein Seniorenexpress zur Verfügung.
Trotz der Kosten sind Hundestationen und Abfallbehälter für Bürgermeister und Gemeinderat ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Infrastruktur. Eine Rücknahme dieses Angebots komme für sie nicht infrage. Der Weg zu einer sauberen Gemeinde sei zwar nicht einfach, doch neben geeigneten Entsorgungsmöglichkeiten seien auch die Einhaltung der Hundeverordnung, Hinweise auf Verstöße und gegebenenfalls Bußgelder wichtige Maßnahmen.
Die Erfahrungen aus Büchlberg liefern damit eine konkrete Grundlage für die Diskussion in Tiefenbach: Hundestationen verursachen laufende Kosten und Arbeitsaufwand, können aber zugleich die Pflege öffentlicher Wege und Grünflächen erleichtern und einen Beitrag zu einem sauberen Ortsbild leisten.